Mietshaus Margulis

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Marazlijewskaja-Straße 34b

Das Gebäude an der Ecke der Marazlijewskaja-Straße und Sabanski-Gasse ist ein typisches Beispiel für ein großes Mietshaus aus den 1910er Jahren sowie für den damals vorherrschenden Jugendstil mit seinem Streben nach Größe und Rationalisierung in der Architektur. Zwar gibt es mehrere derartige Gebäude in Odessa, z.B. die Mietshäuser von Nowikow, Rud, Aswadurow oder Schestopal, aber das von Margulis zeichnet sich insbesondere durch einen innovativen Entwurf und die höchste Geschosszahl aus.

Gebäudeart:

  • Mietshaus

Baustil:

  • Jugendstil, Neoklassizismus

Architekt:

  • Felix L. Pappe

Baujahr:

  • 1912

Status:

  • historisches Baudenkmal von lokaler Bedeutung

Die Fassade

Die Fassade Marazlijewskaja-Straße

Die Fassade Sabanski-Gasse

Zwischen Mitte der 1890er und Mitte der 1900er Jahre gehörte das Grundstück, das die Straßen Marazlijewskaja und Kanatnaja über die ungerade Seite verband, S. Ralli. Später kaufte es S.A. Kumbari, und um 1911 wurde das Grundstücksteil zu Marazlijewskaja-Straße hin an einen Herrn I. Margulis verkauft. Der Ingenieur Ignati A. Margulis leitete das Fernsprechamt von Odessa und war Pächter des städtischen Kraftwerks, was am Anfang der Staroportofrankowskaja-Straße lag. Das Büro von I. Margulis befand sich in der Puschkinskaja-Straße 12.
In den 1910er Jahren wohnte ein weiterer Herr I. Margulis, ein Getreidehändler, in der Remeslennaja-Straße 34, er ist aber im Verzeichnis «Ganz Odessa» von 1914 nicht namentlich erwähnt. In der Stadt gab es auch andere Margulis, jedoch mit anderen Vornamen und unter anderen Anschriften.
1912 oder (nach Angaben des Heimatforschers Valeri P. Netrebski) 1913 wurde auf dem Grundstück von Margulis ein riesiges sechsstöckiges Mietshaus errichtet. Die prachtvollen Wohnungen sollten wohlhabende Mieter anziehen und waren gleichzeitig ein Statussymbol für den Hausbesitzer. Gebaut wurde das Haus nach dem Entwurf des Zivilingenieurs Felix L. Pappe, der für einige wenige weitere Bauprojekte der 1910er Jahre verantwortlich zeichnete. Insgesamt belegen Pappes Entwürfe seine Vorliebe für den Jugendstil; auch das Mietshaus Margulis ist keine Ausnahme. Die Zierelemente weisen die für die Architektur der 1910er Jahre typischen neoklassizistischen Tendenzen auf; gleichzeitig ist der Einfluss von Empire sichtbar.

Aufgrund der unebenen städtischen Topografie geht das Erdgeschoss in der Maraslijewskaja-Straße ins Souterrain über. Der Gebäudeteil in der Sabanski-Gasse ist sechsstöckig und war Jahrzehnte lang das höchste Haus in Odessa. Ebenfalls durch den Wechsel von fünf zu sechs Stockwerken zeichnet sich das Mietshaus Aswadurow (Puschkinskaja-Straße Ecke Troizkaja-Straße), es ist aber nicht so hoch.

Kennzeichnend für das Mietshaus Margulis sind geradlinige Formen und eine klare Konstruktion, die sich nicht hinter der Verzierung verbirgt. Die Fassaden belegen die für die damalige Zeit charakteristische Rationalisierung in der Architektur. Der umfangreiche Einsatz neuer Baustoffe und Techniken führte dazu, dass die Vorläuferbauten des Konstruktivismus in Odessa im Vergleich zu anderen Städten Russlands früher entstanden. Als das Mietshaus Margulis 1912 gebaut wurde, hat sich der rationalistische Jugendstil in seinen wichtigsten Zügen bereits formiert.

Das Gebäude ist als zweiteiliger Blockbau konzipiert. Der massivere Teil schaut zu Marazlijewskaja-Straße und der langgestreckte zu Sabanski-Gasse hin. Für bessere Lichtverhältnisse und zu Belüftungszwecken wurde im Marazlijewskaja-Block ein Schacht errichtet. Die Fenster des Treppenhauses und der technischer Räume gehen zum Schacht hinaus. Die Komposition aus verschiedenförmigen Risaliten von der Seite der Sabanski-Gasse betont die Blockbau-Konzeption. Je weiter von Marazlijewskaja-Straße weg und je mehr in die Sabjanski-Gasse hinein, desto weniger der Fassadenschmuck: Die Risalite am Fassadenteil, der ans benachbarte Haus angrenzt, reichen nur bis zum zweiten Stockwerk.

Rechtsseitiger Risalit zu Sabanski-Gasse hin

Gesamtansicht Balustrade

Dieser Risalit dient als eine Art Fußstück für den kleineren dreiflächigen Risalit, der sich über zwei Stockwerke erstreckt und durch eine Balkonbrüstung abgeschlossen wird.

Kleiner rechtsseitiger Risalit, Fassade Sabanski-Gasse

Gesamtansicht Flachrelief am Risalit

So entsteht eine ausgeklügelte pyramidenförmige Komposition, die den zurückhaltenden Fassadendekor der Sabanski-Seite etwas auflockert. Zum Innenhof gelangt man über eine Einfahrt im Risalit des Erdgeschosses, die durch hohe Säulen flankiert ist.

Die Einfahrt

Ansicht von der Straße Hausflurfenster in der Mauer der Einfahrt Rechtsseitiger Flaggenhalter in einer seltenen Ausführung

Das Einfahrtstor

Gesamtansicht Zierelemente Schmiedeeisernes Medaillon (korrespondiert mit den Zierelementen an den Fahrstuhltüren in Treppenhäusern) Florales Element in der Mitte des schmiedeeisernen Medaillons Zierelement an der oberen Kante des Torflügels

Eine schlichte Eingangstür rechts vom Tor führt ins Haus hinein.

Die rechte Eingangstür

Eingangstür, Gesamtansicht (vermutlich die letzte im Original erhalten gebliebene Eingangstür des Hauses) Dekorationselement Dekorationselement, ein Ausschnitt

Die Fassade in der Sabanski-Gasse bekommt durch den Mittelrisalit und die Loggien im fünften Stockwerk einen besonderen Akzent.

Der Mittelrisalit, Fassade Sabanski-Gasse

Gesamtansicht Perspektivische Ansicht von unten

Bemerkenswert sind die Stuckelemente des Risalitis: die Flachreliefs an den Wandtafeln und Pilastern sowie zwischen den Loggien. Die Flachreliefs an den Wandtafeln sind ein Tribut an den Neoklassizismus und stellen Obstkörbe als Symbol der Fruchtbarkeit sowie mit Blumen geschmückte Stäbe dar. Interessant sind auch die Adlerfiguren untehalb der Pilasterkapitelle.

Der Dekor des Mittelrisalits

Adler-Flachrelief am Pilasterkopf Flachrelief der Wandtafel Flachrelief der Wandtafel

Die Flachreliefs zwischen den Loggien stellen Arbeiter dar, was den monumentalen Charakter des Gebäudes betont. Arbeiter-Abbildungen finden sich in der Architektur ab Anfang des 20. Jhs. und lassen sich in Odessa auch am Eingang der Mendelewitsch-Passage belegen.

Der Dekor der Loggien

Arbeiter, Flachrelief links Arbeiter, Flachrelief rechts Loggia-Brüstung mit den schmiedeeisernen Elementen aus der Bauzeit

Im Mittelrisalit liegt der als Portal konzipierte Hauseingang. Die Portalsäulen sind mit skurril anmutenden Masken verziert, das Gebälk wird von zwei Vasen gekrönt. Der Hauseingang Marazlijewskaja-Straße ist analog dazu errichtet.

Das Eingangsportal im Mittelrisalit

Gesamtansicht Maske auf der linken Portalseite Florales Element über der Maske

Die Ecken der Straßenfassaden Marazlijewskaja-Straße und Sabanski-Gasse stellen separate Massivelemente dar, die durch Erker ausgeglichen werden. Das Eckelement zu Sabanski-Gasse hin ist jedoch nicht so üppig verziert und konkurriert damit nicht mit dem bereits beschriebenen Mittelrisalit.

Das Eckelement Sabanski-Gasse

Drei Wandtafeln als Gesamtkomposition Eine der Wandtafeln Medaillon

Ähnlich wie der Mittelrisalit sind die beiden Erker mit den gleichen Pilastern und den Adler-Flachrelilefs dekoriert. Der Erker zu Sabanski-Gasse hin ist zusätzlich mit kleineren schlichten Medaillons verziert. Das Pendant zur Loggia des Mittelrisalits bildet ein herkömmlicher Balkon.

Die Fassade Marazlijewskaja-Straße kommt repräsentativer und dynamischer daher. Ähnlich wie im Mittelrisalit auf der Seite der Sabanski-Gasse finden sich hier Stäbe in den Wandtafeln des Erkers und die barockartige Verkröpfung der Pilasterfüße. Die Fenster beider unteren Stockwerke werden durch dekorative Elemente vertikal gruppiert. Von den beiden Erkerseiten gehen Balkone ab.

Der Fassadendekor Marazlijewskaja-Straße

Erker, perspektivische Ansicht von unten Adler-Flachrelief Adler-Flachrelief Adler-Flachrelief Medaillon Pilasterfuß Pilasterfuß, ein Ausschnitt Dekoratives Ornament am Pilasterfuß Kapitell des unteren Pilasterteils über die Höhe des ersten Stockwerks Gesims über dem Fensterblock, ein Ausschnitt Ornamentmuster Balkonbrüstung im oberen Stockwerk, mit der Loggia-Brüstung korrespondierend

Das Souterrain Marazlijewskaja-Straße

Rustika, ein Ausschnitt Souterrain-Gesims, das die gesamte Hausfassade lückenlos umschließt Gedenktafel: 1956-1965 wohnte im Haus der ukrainische Künstler Grigori Z. Krishewski

Unterhalb des Erkers liegt das Eingangsportal. Zwar ist es in der Verzierung ans Portal des Mittelrisalits angelehnt, hat aber zusätzlich drei kleine ovale Fenster, die das Licht in den Hausflur durchlassen.

Das Eingangsportal Marazlijewskaja-Straße

Gesamtansicht Gesamtansicht Rechte Portalmaske Vase Eins der ovalen Hausflurfenster

Ab dem zweiten Stockwerk ist die Fassade mit unterschiedlich verzierten Balkonen ausgestattet. Die Balkone im 2. Stocks haben Steinbalustraden, die im oberen Teil mit schmiedeeisernen Elementen verziert sind. Die Balkone im 3. und 4. Stock sind mit schmiedeeisernen Geländern auf Steinpfeilern dekoriert. Die Balkone liegen — bis auf die, die ans benachbarte Haus in der Sabanski-Gasse angrenzen -, zwischen den Risaliten.

Die Balkone

Fassade Marazlijewskaja-Straße, perspektivische Ansicht Balkon im 2. Stock, Marazlijewskaja-Straße Balkon im 2. Stock, Marazlijewskaja-Straße, schmiedeeisernes Geländer, ein Ausschnitt Balkon im 3. Stock Balkon im 3. Stock, Geländerpfosten Balkon im 3. Stock, Geländerpfosten Balkon im 4. Stock, Schutzträger Geländerpfosten, Ausschnitt, Balkon im 4. Stock, Sabanski-Gasse Geländerpfosten, Ausschnitt, Balkon im 4. Stock, Sabanski-Gasse

Zwei untere Stockwerke bilden durch Rustika-Nachbildung und große Blocksteine einen Sockel. Auf dem Streifen, der zwischen dem länglichen Hausblock und der Straßenfluchtlinie entstand, wurde ein Vorgarten angelegt und mit einem niedrigen schmiedeeisernen Geländer vom Bürgersteig getrennt.

Das Vorgartengeländer, Sabanski-Gasse

Schmiedeeisernes Geländer, ein Ausschnitt Dekoratives Muster Schmiedeeiserner Schnörkel

Insgesamt füllt das Haus den Großteil des Grundstücks aus. Auf dem benachbarten Grundstück in der Marazlijewskaja-Straße wurde fast gleichzeitig ein freistehendes Gebäude (ehemals die Landwirtschaftsbank) errichtet, deshalb bekommt der Innenhof des Margulis-Hauses viel Licht. Zweifellos wusste Felix Pappe über die Art des benachbarten Gebäudes Bescheid, zumal die Bauarbeiten wohl bereits begonnen hatten (Fertigstellung 1914). Der Abstand zwischen den beiden Häusern war ein komfortabler, und diesen Umstand hatte der Architekt in seinen Entwurf einfließen lassen. Die Brandwand des Mietshauses Margulis auf der Seite der Landwirtschaftsbank ist nicht für eine dichte Bebauung konzipiert und deshalb mit vertikalen Elementen dekoriert.

Die Brandwand

Perspektivische Ansicht von unten von der Seite der Landwirtschaftsbank aus

Gleichzeitig führten die Einschränkungen durch die Grundstücksgröße dazu, dass Pappe die Fenster des rechten Treppenhauses (Sabanski-Gasse) über der Einfahrt und die Fenster der technischen Räume (Marazlijewskaja-Straße) zum Lichtschacht hinaus platzierte. Die Fenster einiger Räume schauen ebenfalls ins rechte Treppenhaus. Dagegen ist der linke Treppenhaus klassisch-herkömmlich konzipiert. Die Treppenabsätze sind relativ kompakt gehalten, die Fenster lassen insgesamt genug Licht hinein. Die Hofseiten des Hauses sind rationalistisch gestaltet, was typisch für Odessa ist.

Die Einfahrt

Gesamtansicht Fensterblock im Hausflur Medaillon mit Verzierung Medaillon mit Verzierung

Die Hofseite

Gesamtansicht Balkone und Treppenhausrisalit Treppenhausfenster im Mittelrisalit, Sabanski-Gasse Fenster mit restauriertem Mosaik, Treppenhaus Marazlijewskaja-Straße, oberstes Stockwerk Balkongeländer, ein Ausschnitt Balkongeländer, ein Ausschnitt Fenster im rechten Treppenhaus Sabanski-Gasse, perspektivische Ansicht von unten

Die hofseitige Hauswand ist gebosselt und mit kleineren Risaliten mit facettierten Ecken dekoriert, unter den Fenstern sind Ausfüllungen. Ähnlich gestaltet sind die Bauten der Architekten A. Golzwurm, M. Radbil oder P. Slawkin aus den 1910er Jahren. Im Unterschied zu den meisten Bauten anderer Architekten ist nicht nur die Fassade, sondern auch die Hofseite des Mietshauses Margulis in der Höhe Erdgeschoss und erstes Stockwerk mit Rustika dekoriert, jedoch ist die Rusika im Hof eine etwas einfachere. Der halbkreisförmige Risalit des Treppenhauses Marazlijewskaja-Straße bedingt die Form der Treppenabsätze.

Alle drei Treppenhäuser sind ähnlich dekoriert, unterscheiden sich jedoch im Grundriss und in Details. Am representativsten wirkt das Treppenhaus Marazlijewskaja-Straße, worüber nur die Wohnungen im fünfstöckigen Bauteil zu erreichen sind; ins erste Stock gelangt man über den Hausflur. Der Hausflur beeindruckt durch die gewölbte Kassettendecke und die Lisenen aus Granit als Wanddekor. Über den Lisenen sind sechs an die Antike angelehnte identische Flachreliefs angebracht; zwei weitere Flachreliefs finden sich direkt neben dem Eingang.

Das Treppenhaus Marazlijewskaja-Straße

Hausflur Kassettendecke im Hausflur Kassettendecke im Hausflur Flachrelief im Hausflur Ornament Verzierungen des Fensterblocks über dem Portal, Innenansicht Türdekor, Ausschnitt (Originaltür, die zum Treppenabsatz führt) Türdekor, Ausschnitt (Originaltür, die zum Treppenabsatz führt)

Der Treppenabsatz

Treppenabsatz zwischen der Treppe und dem Hausflur Ansicht vom Treppenabsatz im 1. Stock Treppenabsatz im obersten Stockwerk Treppenabsatz im obersten Stockwerk Treppenansicht vom Treppenabsatz im obersten Stockwerk Pilasterkapitell Pilasterkapitell

Die großen Treppenabsätze mit Zugang zu den einzelnen Wohnungen sind eher spärlich beleuchtet. Jeder Treppenabsatz führt zu zwei Wohnungen. Eine massive Metalltür, die mit Gittern und einem schlichten Medaillon mit einem einfachen floralen Muster verziert ist, führte früher in den Fahrstuhl. Das gleiche Medaillon schmückt das Zufahrtstor. Die einzige erhalten gebliebene Fahrstuhltür befindet sich im 1. Stock.

Die Fahrstuhltür

Gesamtansicht Medaillon

Die Eingangstüren im Mietshaus Margulis sind unterschiedlich breit. Die Tür in der breiteren Ausführung schmückt nur den Hauseingang Marazlijewskaja-Straße; die Wohnungen von der Seite der Sabanski-Gasse sind mit Türen in herkömmlicher Breite ausgestattet. Leider sind nicht alle Türen im Original erhalten geblieben. Die Originaltüren sind typisch für 1910er Jahre gestaltet und ähneln der Wohnungstüren des Mietshauses Schestopal in der Leo-Tolstoi-Straße. Insgesamt sind es schlichte Türen mit je fünf ovalen verglasten Elementen und ebenfalls verglasten Oberlichtflügeln; eine der Türen hat sogar Originalmosaik. Die Türen sind mit aufwändigen Schnitzereien verziert.

Die Wohnungstüren

Wohnungstür, Gesamtansicht Wohnungstür, Gesamtansicht Dekor der drei ovalen Türfenster Dekorschnitzerei, ein Ausschnitt Dekorschnitzerei, ein Ausschnitt Dekorschnitzerei, ein Ausschnitt Türmosaik, vermutlich original Türmosaik, ein Ausschnitt

Die Treppenhauswände sind auf ein Drittel der Höhe mit Keramikfliesen dekoriert; weder die Dekorart noch solche Fliesen sind anderswo in der Stadt anzutreffen. Eine derartige Verzierung ist zwar nicht selten in Europa, aber äußerst selten innerhalb des Russischen Reichs; möglicherweise lässt sie sich aber an Beispielen von Mietshäusern Moskaus oder St.Petersburgs belegen. Der obere Fliesenrand verläuft eben über den Treppenabsätzen und stufenartig über den Treppenläufen. Die meisten Fliesen sind Marmor- bzw. Granitnachbildungen in kaltem Grau. An der oberen Abschlusskante sind sie teilweise mit floralem Ornament abgesetzt. Die obere Fliesenreihe über dem Treppenlauf ist stufenartig verlegt.

Die Keramikfliesen

Stufenartige Verzierung Stufenartige Verzierung Wandfliesen des halbkreisförmigen Treppenabsatzes, ein Ausschnitt Waagerechte Verzierung Wandfliesen an der Oberkante der Verzierung Unterer Teil der Verzierung, ein Ausschnitt

Die gesamte Decke stellt einen breiten reliefartigen Stuckfries dar. Im 5. Stock kommt er dank der Kassettenfassung als Verbindung zwischen den Wänden und der Decke ganz besonders zur Geltung.

Der Fries und die Decke

Die Decke über dem Trepepnabsatz, ein Ausschnitt Die Decke über dem Treppenabsatz im obersten Stockwerk, ein Ausschnitt Die Decke über dem Treppenabsatz im obersten Stockwerk, ein Ausschnitt Fries, ein Ausschnitt Fries, ein Ausschnitt Friesornament, ein Ausschnitt Gesims, ein Ausschnitt

Der Dekor des Treppenhausgeländers wiederholt teilweise den der Balkonbrüstungen. Die Schnörkel des oberen Geländerteils sind mit senkrechten floralen Elementen, die mit denen der Balkone im 2. Stock und des Vorgartengeländers identisch sind, abgesetzt. Übrigens ist das Ziermotiv des Vorgartengeländers größer.

Das Geländer

Gesamtansicht Geländerabschnitt, Treppenlauf Pfosten, ein Ausschnitt Pfosten, ein Ausschnitt Pfosten, ein Ausschnitt Pfosten Ornament zwischen den Pfosten Geländerabschnitt, Treppenabsatz Geländerabschnitt, Treppenabsatz

Die Fenster aller Treppenhäuser haben kleinere geometrische Einsätze aus Gelbglas. Das Fenster im oberen Stockwerk des Treppenhauses Marazlijewskaja-Straße beeindruckt mit einer fast komplett erhaltenen Mosaik. Gut erhalten geblieben sind auch die großen Lichtschachtfenster, die heutzutage aber fest vernagelt sind.

Das Fenster zwischen 2. und 3. Stockwerk

Gesamtansicht Fenstermosaik, ein Ausschnitt Fenstermosaik, ein Ausschnitt

Das Fenstermosaik im obersten Stockwerk

Unterer Fensterteil Mosaik, ein Ausschnitt Mosaik, ein Ausschnitt Mosaik, ein Ausschnitt Mosaik, ein Ausschnitt Oberer Fensterteil Mosaik, ein Ausschnitt

Das Lichtschachtfenster

Es ist überliefert, dass im Hausblock Marazlijewskaja-Straße der Hausbestizer eine Wohnung, die sich über zwei Etagen erstreckte, selbst bewohnte. Eine sich über zwei Etagen erstreckende Wohnung war für die damalige Zeit eine Innovation, und Pappe war der erste Architekt der Stadt, der sie umsetzte.
Die Treppenhäuser in der Sabanski-Gasse gleichen im Dekor dem Haupttreppenhaus in der Marazlijewskaja-Straße. Das linke Treppenhaus in der Sabanski-Gasse hat einen langen Hausflur; die Deckenverzierung und die Flachreliefs sind mit denen des Haupttreppenhauses identisch.

Linkes Treppenhaus, Sabanski-Gasse

Hausflur Hausflur Deckengewölbe im Hausflur Flachrelief

Die Dekorelemente im rechten Treppenhaus sind im Vergleich zu den im linken Treppenhaus vielfältiger. Die flache Decke ist ähnlich verziert. Die Lichtfenster schauen zur Einfahrt und sind heutzutage größtenteils vernagelt oder überstrichen. Es ist daher schwer zu beurteilen, wie viel Licht tatsächlich ins Treppenhaus kam.

Rechtes Treppenhaus, Sabanski-Gasse

Hausflur vom Eingang aus, Gesamtansicht Treppe vom Eingang aus Lichtfenster Lichtfensterdekor, ein Ausschnitt Fensterverzierung, ein Ausschnitt Decke Decke Hausflur von der Treppe aus, Gesamtansicht Hausflur von der Treppe aus, Gesamtansicht Wanddekor Doppelflachrelief Flachrelief Ornament Ornament

Das Treppenhaus

Treppenabsatz vom Hausflur aus Treppenabsatz und Treppenlauf Treppenauge von unten nach oben Treppenauge von unten nach oben Säule und Träger Säule und Träger Säulenkapitell Säulenkapitell Unterer Säulenteil, mit Metallplatten verkleidet

Der Treppenabsatz ist fast quadratisch. Der Träger zwischen dem Treppenabsatz und Hausflur wird von einer vierkantigen Massivsäule gestützt. Die Seitenkanten der Säule sind abgestumpft; die Säule ist mit einem ungewöhnlichen Kapitell mit geometrischen Formen verziert. Der untere Teil der Säule ist mit Metallblättern und betont klobigen Nieten verkleidet, die an die Verzierung der Fahrstuhltüren anspielen und in der Innendekoration des Hauses nirgendwo mehr vorkommen. An manchen Stellen sind die restlichen Keramikfliesen anzutreffen; sonst ähnelt der Dekor dem der anderen Treppenhäuser.

Das Treppengeländer

Treppenlauf im Erdgeschoss Schnörkel am Geländer, nur im rechten Treppenhaus Sabanski-Gasse erhalten geblieben Treppenlauf Treppenlauf

Die Fliesen

Wanddekor, ein Ausschnitt Bodenfliesen im Erdgeschoss

Die Fenster

Wohnungsfenster Treppenhausfenster

Die Wohnungstüren

Tür in der Standardbreite, womit beide Treppenhäuser der Sabanski-Gasse ausgestattet sind Dekorschnitzereien

Die Gesimse

Waagerecht verlaufendes Gesims, ein Ausschnitt An Heraldik angelehntes Medaillon als Verbindung zwischen den waagerecht und diagonal verlaufenden Abschnitten Diagonal verlaufendes Gesims, ein Ausschnitt

Der Treppenhausfries

Ansicht vom Treppenabsatz im oberen Stockwerk Eckfries, ein Ausschnitt

In manchen Wohnungen sind breite Friese, die Putten beim Jagen, Angeln oder bei der Ernte darstellen, sehr gut erhalten geblieben. Der Deckendekor der Wohnungen ist an den der Treppenhäuser angelehnt, aber in seiner Komposition ausgeklügelter gestaltet.

Der Fries, die Decke und das Flachrelief in einer Wohnung, Hauseingang Marazlijewskaja-Straße

Fries, ein Ausschnitt Flachrelief, Angelszene Flachrelief, Traubenernte Flachrelief, Jagdszene Flachrelief, Weizenernte Fries-Eckelement, ein Ausschnitt Friesornament, ein Ausschnitt Rosette

Aufgrund der innovativer Ingenieurleistung, technisch-gestalterischen Lösungen, Vielfalt eingesetzter Materialien und des Erhaltungszustands zählt das Mietshaus Margulis zu den herausragenden Bauten der 1910er Jahre in Odessa.

Mit dem mehr als 100 Jahre alten Haus ist die eine oder andere interessante Geschichte verbunden. 1920 befand sich hier die Redaktion der Monatszeitschrift «Volkswirtschaft», die sich als «ein Organ des Gouvernemenstrats» bezeichnete. Später wurden einige Wohnungen als Büro- oder Wohnräume an KGB übertragen. Das benachbarte Gebäude der Landwirtschaftsbank diente ab 1920er Jahren als Klubhaus der NKWD und später der KGB.

Literatur- und Quellenverzeichnis

  • V. Piljawski «Zodtschije Odessy» (Die Architekten von Odessa)
  • V. Piljawski «Architektura Odessy. Stil i wremja» (Die Architektur von Odessa. Stil und Zeit)
  • V. Piljawski «Zdanija, soorushenija i pamjatniko Odessy i ih zodtschije» (Häuser, Bauwerke, Denkmäler von Odessa und ihre Architekten)
  • Artikel zum Haus im Blog Antique
  • Verzeichnis «Wsja Odessa» (Ganz Odessa), 1914

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